Vernetzung


Um die Krankheit einige Jahre aufzuhalten, kann eine sogenannte "Vernetzung" durchgeführt werden. Mit der Vernetzung soll die Struktur der Hornhaut verstärkt, die Krankheit soll so im aktuellen Stadium "eingefroren", bzw. das Fortschreiten verlangsamt werden.

Mit dem Stoppen des Keratokonus kann man ggf. eine Transplantation vermeiden oder so lange wie möglich hinauszögern. Vielleicht ist es sogar möglich, durch mehrfache Vernetzung alle 5-10 Jahre, den Keratokonus dauerhaft zu stoppen.

Eine Verbesserung der Sicht ist nicht das Ziel der Vernetzung. Oft bleibt sie so ähnlich wie vor der Operation, manchmal wird sie schlechter; nur ganz selten wird die Sicht zufällig besser.

Die bisherigen Berichte mit Erfahrungen seit der Einführung der Methode (1998/2000) bestätigen, dass in fast allen Fällen tatsächlich das aktuelle Stadium der Krankheit "eingefroren" wird und dieser Zustand für mehrere Jahre erhalten bleibt. Bei einigen wenigen Betroffenen funktioniert die Vernetzung nicht (3-8%), die Ursachen dafür sind noch unklar.

Die Vernetzung wird bisher (bis 2014) nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen und kostet pro Auge ca. 600-1500 Euro. Private Kassen übernehmen normalerweise die Kosten.

Wenn die Kosten bei gesetzlich Versicherten nicht übernommen werden, zum Beispiel im Rahmen einer Einzelfallentscheidung, dann ist der Eingriff eine reine private Angelegenheit. Das kann auch dazu führen, dass vielleicht erst nach Jahren auftretende Folgekosten, zum Beispiel bei medizinischen Problemen auf Grund dieser Operation, dann auch privat zu bezahlen sind.

  • HINWEIS: Diese Behandlung soll den Keratokonus für einige Zeit (Jahre) stoppen oder das Fortschreiten verlangsamen. Die Vernetzung allein ist nicht darauf ausgerichtet die Fehlsichtigkeit zu korrigieren.
    Die Sicht ist nach der Vernetzung meist ähnlich: Manchmal besser - manchmal schlechter.
     
  • Es kann lange dauern - Monate, ggf. länger - bis ein stabiles Ergebnis entsteht.
    • Leider können nach einer Vernetzung so gut wie nie die gleichen Kontaktlinsen wie vorher eingesetzt werden. Durch den Eingriff verändert sich die Oberflächenstruktur. Neue Linsen können je nach individuellem Verlauf der Stabilisierung nach 3-6 oder 6-12 Monaten angepasst werden.
       
  • Noch nicht abschließend geklärt wurde die Frage, welche Auswirkungen die extrem intensive UV-Bestrahlung während der Behandlung langfristig auf die Hornhaut, die Linse oder die Netzhaut im Auge hat.
     
  • Manchmal funktioniert die Vernetzung nicht.