Übersicht Keratokonus


Was ist Keratokonus?

Keratokonus ist eine seltene Augenkrankheit. Genauer gesagt, eine Erkrankung des transparenten Teils der Augenhornhaut.

Im Verlauf der Krankheit wird die Hornhaut instabil und dünner, dabei wölbt sie sich mehr oder weniger kegelförmig nach vorn und unten vor. Die Erkrankung ist nicht lebensbedrohlich, man wird nicht blind - obwohl es einige ganz wenige Fälle von Berufsunfähigkeit gibt.

Die meisten Betroffenen (80-90%) kommen dauerhaft mit Brille(n) oder normalen / speziellen Kontaktlinsen zurecht. Bei sehr wenigen nimmt der Keratokonus einen schwereren Verlauf, bei dem möglicherweise die Transplantation einer neuen Augenhornhaut durchgeführt werden muss. Das sollte man auch bedenken, wenn man sich im Internet informiert. In Foren und Webseiten von Betroffenen werden meist nur die schlimmeren Fälle diskutiert, da die Mehrzahl der leichten Fälle keine Notwendigkeit hat sich mit anderen auszutauschen.

Auf jeden Fall ist es sinnvoll sich mit der Krankheit und den möglichen Auswirkungen auseinandersetzen. Vielleicht sind außer Brille oder normalen Kontaktlinsen keine weiteren Maßnahmen nötig - in einigen Fällen wird es ggf. notwendig sich für den Rest des Lebens mit einer gewissen Einschränkung beschäftigen zu müssen.

Das Forum www.forum.keratokonus.de kann hier weiter helfen, indem hier mit anderen Betroffenen Erfahrungen ausgetauscht werden können.

Was sind die Ursachen für Keratokonus?

Es werden mehrere Ursachen für Keratokonus diskutiert.

Bei vielen Betroffenen wurden Gendefekte gefunden, die als mögliche Ursache in Frage kommen. Allerdings wurden auch bei Gesunden diese Gendefekte nachgewiesen, ohne das diejenigen Keratokonus hatten. Trockene Augen, verbunden mit häufigem Augenreiben, werden auch als mögliche Ursachen diskutiert. Die defekten Gene werden wahrscheinlich durch Umwelteinflüsse oder andere individuelle Faktoren, wie z.B. Stress oder Überanstrengung, aktiviert, dabei sollen auch Hormone oder andere Krankheiten eine Rolle spielen. Dies sind zum Beispiel Allergien, Nahrungsmittelunverträglichkeit oder Hautkrankheiten.

Ob nun der Gendefekt, Umwelteinflüsse, andere Krankheiten oder weitere Stoffwechselstörungen zusammen den Keratokonus auslösen, ist nicht abschließend geklärt. Das Erforschen der Ursachen ist für Betroffene auch eher müßig, denn wenn man Keratokonus hat, kann man sowieso nix mehr ändern.

Da die Ursachen für Keratokonus noch nicht aufgeklärt wurden, gibt es zur Zeit (2015) keine Möglichkeit vorab etwas gegen die negativen biochemischen und zellulären Prozesse in der Hornhaut zu unternehmen.

Wann beginnt die Krankheit? Ist eine Prognose möglich?

Die überwiegende Zahl der Fälle beginnt zwischen dem 10. und 30. Lebensjahr; manchmal auch später. Meist sind beide Augen betroffen, oft in zeitlichem Abstand von Monaten oder Jahren. In ganz seltenen Fällen sind auch Kinder betroffen.

Da die Symptome, wie bei vielen anderen Krankheiten auch, eher unspezifisch sind, kann es Monate oder Jahre von den ersten Beschwerden bis zur richtigen Diagnose dauern. Erste Beschwerden können zum Beispiel sein: Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Kopfschmerzen oder Muskelverspannungen.

Bei vielen Betroffenen stoppt der Keratokonus ohne weitere Behandlung zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr.

Es gibt zur Zeit (2015) keine Möglichkeit Beginn, Entwicklungsgeschwindigkeit oder den natürlichen Stopp der Krankheit zu prognostizieren. In verschiedenen Studien gibt es zwar Ansätze, aber eine eindeutige Prognosemöglichkeit konnte noch nicht reproduzierbar nachweisen werden.

Wie behandelt man Keratokonus?

Eine echte Behandlung, im Sinne einer Heilung, ist (noch) nicht möglich. Man kann nur mit Hilfsmitteln oder operativen Eingriffen die Symptome reduzieren und die Krankheit für einen gewissen Zeitraum aufhalten.

Der größte Teil der Betroffenen kommt ein Leben lang mit Brille und speziellen Kontaktlinsen zurecht.

Eine Möglichkeit das Fortschreiten der Krankheit für ein paar Jahre, vielleicht sogar dauerhaft aufzuhalten, ist die sogenannte "Vernetzung", auch "Crosslinking" genannt.

Es gibt verschiedene refraktäre Methoden, mit denen die Ausprägungen des Keratokonus und die Dicke der Hornhaut beeinflusst werden können.

Eine Transplantation einer Spenderhornhaut hilft den Betroffenen mit schwerem Keratokonus. Diese Methode wird nur angewendet, wenn mit allen anderen Mitteln nichts mehr erreicht werden kann.
Es kann auch mehrfach transplantiert werden. Ein Transplantat kann individuell zwischen 10 und 30 Jahren funktionieren.

Wie lebt und arbeitet man mit Keratokonus?

Für die meisten Betroffenen ist die Versorgung mit Brille, Kontaktlinsen, Vernetzung oder Transplantation lebenslang ausreichend für eine angepasste, aber sonst fast normale Teilnahme am Berufs- und Privatleben. Es gibt kleine, mittlere oder größere Abweichungen von der "Normal-Sicht, in wenigen Fällen ist es sinnvoll (stressfreier) den Beruf zu wechseln oder die Tätigkeitsebene in der gewählten Branche anzupassen.

Ganz wenige, besonders schwere Fälle, z.B. nach mehrfacher Transplantation, kommen auch mit Hilfsmitteln nur noch auf 5-50% der normalen Sehstärke. Wenn keine weitere Transplantation mehr möglich ist und mit Brille oder Kontaktlinsen keine bessere Sicht mehr hergestellt werden kann, kann es in seltenen Fällen zur Berufsunfähigkeit kommen.