Keratokonus.de Selbsthilfegruppe - Ursachen für Keratokonus

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An der Entstehung von Keratokonus sind verschiedene Faktoren, wie genetische Veränderungen, Hormonhaushalt, Allergien, Erkrankheiten und Umweltfaktoren beteiligt.

Eine familiäre Vorbelastung kann durchaus als Risikofaktor gewertet werden, da die Mutation an den Genen für Keratokonus autosomal dominant vererbt wird; d.h. bereits ein betroffener Elternteil genügt.

Allerdings wurden auch bei Gesunden diese Gen-Veränderungen gefunden, ohne das sich bei diesen Keratokonus entwickelt hat. Und umgekehrt wurde auch Keratokonus festgestellt bei Betroffenen, die keine Gen-Veränderungen hatten. Somit hat die Instabilität der Augenhornhaut mindestens zwei voneinander unabhängige Ursachen; und wahrscheinlich noch mehrere.

Wenn in der Familie Keratokonus bekannt ist, kann es also nicht schaden, die Kinder auch zu untersuchen. Ob diese allerdings Keratokonus bekommen oder nicht, ist damit noch nicht gesagt.


Eine weitere Hypothese besagt, dass das endokrine System beteiligt sein könnte, da der Keratokonus oft erstmals in der Pubertät entdeckt wird und während der Schwangerschaft fortschreitet. Auch großer Streß über einen langen Zeitraum kann einen Einfluß auf das Hormonelle System haben und wird auch als eine der möglichen Ursachen für eine veränderte Gen- oder Protein-Expression bewertet. Diese Theorie ist nach wie vor umstritten und wurde nicht bewiesen.

Außerdem werden diskutiert:

  • Reiben der Augen: Keratokonus-Hornhäute werden leichter durch kleine Traumata wie Reiben am Auge beschädigt. Das hat seine Ursache in den meisten Fällen darin, dass die Stabilität gerade der oberen Schicht der Hornhaut bei Keratokonus geinger sein kann. Schlecht sitzende Kontaktlinsen, die an der Unregelmäßigkeit der KC-Hornhaut reiben, wurden als mögliche Ursache für Keratokonus genannt; dies ist nicht bewiesen und bleibt fraglich.
  • Allergien: Viele Keratokonus-Patienten berichten von trockenen Augen und dadurch starkem Augenreiben und haben auch Allergien, die Juckreiz und Reizungen der Augen verursachen, was wiederum zu Augenreiben führt, wobei der Zusammenhang mit allergischen Erkrankungen ebenfalls unklar bleibt. Ein höherer Prozentsatz der Keratokon-Patienten hat eine atopische Erkrankung als die Allgemeinbevölkerung. Erkrankungen wie Heuschnupfen, Ekzeme, Asthma und Nahrungsmittelallergien werden alle als atopische Krankheiten angesehen. Menschen mit KC wird geraten, das Reiben der Augen so weit wie möglich zu vermeiden.
  • Oxidativer Stress: Einige Studien deuten auf eine abnorme Verarbeitung von Superoxid-Radikalen in der Keratokonus-Hornhaut und eine Beteiligung von oxidativem Stress an der Pathogenese dieser Krankheit hin. Keratokonus-Hornhäuten fehlt die Fähigkeit zur Selbstreparatur von Routineschäden, die von normalen Hornhäuten leicht repariert werden können. Wie jedes andere Gewebe im Körper erzeugt auch die Hornhaut schädliche Nebenprodukte des Zellstoffwechsels, so genannte freie Radikale. Normale Hornhäute verfügen wie jedes andere Körpergewebe über ein Abwehrsystem, um diese freien Radikale zu neutralisieren, damit sie das Kollagen, den strukturellen Bestandteil der Hornhaut, nicht beschädigen, wodurch es geschwächt wird und die Hornhaut dünn wird und sich wölbt. Keratokonus-Hornhäute besitzen nicht die Fähigkeit, die freien Radikale zu eliminieren, so dass sie im Gewebe verbleiben und strukturelle Schäden verursachen können.

Welche Einflüsse den Keratokonus letztlich auslösen, konnte bisher noch nicht geklärt werden. Das Erforschen der Ursachen ist für Betroffene auch eher müßig, denn wenn man Keratokonus hat, kann man sowieso nix mehr ändern. Da die Ursachen für Keratokonus noch nicht aufgeklärt wurden, gibt bisher keine Möglichkeit vorab etwas gegen die negativen biochemischen, biomechanischen und zellulären Prozesse in der Hornhaut zu unternehmen.


Dadurch, dass die Ursache(n) für Keratokonus nicht klar sind, ist auch keine präventiven Maßnahmen möglich; und keine Prognose, wie die Krankheit sich weiterentwickeln wird oder wann sie stoppt.

Im Allgemeinen kann ein stressfreies, gesundes Leben mit gesunder Ernährung aber wahrscheinlich nicht schaden.


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